Tierpfleger für einen Tag – Ein Schnupperkurs im Zoo

Hallo ihr Lieben.
Ich weiß, ich habe lange nichts von mir hören lassen, aber irgendwie hat mir die Motivation gefehlt und langsam kommt sie zurück. Allerdings muss ich mich momentan noch ein wenig zwingen hier wieder etwas zu machen.
Dafür geht es heute um etwas unbeschreiblich tolles.- Es geht um einen Schnupperkurs als Tierpfleger.

Ich selbst hätte nie gedacht, dass ich jemals so etwas machen würde beziehungsweise jemals die Chance dazu kriegen würde.
Abends als ich im Bett lag war ich noch ein wenig an meinem Handy und habe einen Beitrag von der Sparkasse gesehen.
Es war ein Gewinnspiel, bei dem man den besagten Schnupperkurs für zwei Personen in der Zoom Erlebniswelt gewinnen konnte.
Bei Gewinnspielen hatte ich noch nie viel Glück, außer einmal. Da ging es auch um den Zoo, genauer gesagt um vier Freikarten für den Zoo. Diese habe ich damals gewonnen.
Also habe ich einfach mal mein Glück versucht und tatsächlich gewonnen.
Ihr glaubt gar nicht wie sehr ich mich gefreut habe.

Diesen Schnupperkurs kann man zwar auch buchen, allerdings fehlt mir dazu derzeit noch das Geld.
Für zwei Teilnehmer kostet der Schnupperkurs insgesamt 160€ und geht vier Stunden lang. Es beginnt um 08.00 Uhr, also noch vor der regulären Öffnungszeit und endet um ca. 12.00 Uhr.
Der Zoom ist in drei Themenwelten unterteilt (Asien, Alaska und Afrika) und zu beginn wird gefragt in welchem Bereich man eingesetzt werden möchte.
Zudem kriegt man noch einen Zoolotsen zur Seite gestellt, der dich die vier Stunden begleitet, dir viel erzählt und deine Fragen beantwortet und die Tierpfleger des jeweiligen Reviers stehen dir auch zur Seite.

Mein Freund und ich haben uns schon vorher im Internet über die einzelnen Themenwelten und Reviere informiert, um zu gucken wo es welche Tiere gibt.
Also kamen wir morgens zum Zoo und wussten sofort wo wir hin wollten. Nämlich nach Afrika 3. Dort sind einfach die für uns interessantesten Tiere.
Auf dem Weg zu unserem Einsatzort sind wir auch ein Stück durch Alaska gelaufen und wir haben morgens um 08.00 Uhr die Wölfe heulen gehört. Einfach wunderschön.

Weiter ging es dann nach Afrika 3, wo wir den Leuten erst einmal vorgestellt wurden und von dort aus fing es dann richtig an.
Unser erstes Ziel war das Außengehege der Nilpferde.
Die drei Nilpferde wurden uns namentlich vorgestellt und wir durften sie fütter und streicheln. Am liebsten hätten wir nicht aufgehört.
Es war schon ein wenig beängstigend so nah an einem Nilpferd zu stehen aber auch faszinierend. So etwas erlebt man nicht oft.

Dann ging es auch schon an den Ernst der Lage. – Nämlich Stall ausmisten.
Das eine Gehege war zwar schon ein wenig Arbeit, aber noch relativ entspannt.
Wenn ich mir vorstelle den ganzen Tag nichts anderes zu machen, kann ich mir gut vorstellen wie anstrengend das ganze ist.

Viele Leute denken, dass Tierpflege nur kuscheln und füttern, was totaler Schwachsinn ist.
90% der Arbeit besteht aus ausmisten und nur die restlichen 10% sind füttern und kuscheln.
Viele Tierpfleger setzten sich sogar nach Feierabend noch hin und beobachten die Tiere, um diese besser auseinander halten zu können.
Respekt an die Arbeit der Pfleger.

Als wir bei den Nilpferden fertig waren ging es zu den Sattelstörchen.
Diese haben wir nach draußen gelassen und anschließend deren Stall sauber gemacht.
Eigentlich war es nur einmal mit Wasser ausspritzen, die Tränke auswaschen und neues Stroh aufwühlen.
Danach durften wir auch noch das Innengehege der Nilpferde mit Wasser ausspritzen. – Da war echt eine Kraft hinter.
Neben den Sattelstörchen gibt es dort auch noch Sitatunga Antilopen. Diese konnten wir allerdings nur aus der ferne anschauen, da sie sehr scheu sind. Aber es sind echt wunderschöne Tiere.

Danach ging es dann zu den Erdmännchen, welche wir füttern durften.
Ich musste mich echt überwinden, da wir die Erdmännchen mit lebenden Mehlwürmern gefüttert haben. Ich ekel mich richtig davor.
Aber ich habe all meinen Mut zusammen genommen, denn ich wollte die Erdmännchen unbedingt füttern. – Ich mein, wann hat man schon mal so eine Möglichkeit?
Bei der Fütterung war nämlich eins besonders. Normalerweise werden die Erdmännchen wenn überhaupt nur von außerhalb des Geheges von Besuchern gefüttert. Allerdings durften wir uns in das Gehege setzen. Das war der Hammer.
Ein Erdmännchen hat sich sogar auf meine Schulter gestellt um Ausschau zu halten.
Ich war überrascht wie vorsichtig die Erdmännchen trotz den spitzen Zähnen waren.

Als wir bei den Erdmännchen fertig waren ging es auch direkt weiter zu den Anubispavianen.
Diese durften wir mit gekochten Kartoffeln füttern.
Natürlich durften wir nicht in das Gehege – sonst könnte ich das jetzt wahrscheinlich auch nicht schreiben. 😀
Wir mussten die Kartoffeln in das Gehege werfen ohne einen Pavian zu treffen.
Ihr glaubt mir nicht wie schwierig das war.
Jedes mal wenn ich eine Kartoffel geworfen habe, ist genau dorthin ein Pavian gerannt. Die Kartoffeln sind immer knapp am Kopf vorbei gegangen und zum Glück habe ich keinen getroffen.

Irgendwann waren dann die Kartoffeln verfüttert und wir sind weiter gegangen zu Hanne.
Hanne ist eine der letzten Blaumaulmeerkatzen der Welt.
Ihr haben wir zwei Scheiben getrocknete Aprikose gegeben. Hanne hat keine Zähne mehr und ist schon 29 Jahre alt.
Direkt danach kamen wir auch zu unserem Highlight.

Zusammen mit dem Tierpfleger sind wir in ein Gehege gegangen, in dem uns zwei Rote Varis angeguckt haben.
Die beiden mussten aus dem Rudeln genommen werden und können deshalb nicht mehr zu den anderen.
Sie sind aber froh, da sie schön älter sind und nun nicht mehr so in der Öffentlichkeit stehen und ihre Ruhe haben.
Umso mehr freuen die beiden sich über Besuch.
Wir durften die beiden mit Rosinen füttern und dieses Erlebnis war toll.
Varis haben so unglaublich weiche Hände.
Das war unser absolutes Highlight.

Zu guter Letzt durften wir noch die Schimpansen füttern.
Also haben wir Obst in das Gehege geworfen.
Das Erlebnis war echt lustig, da die Schimpansen einen zugewunken haben, wenn sie etwas wollten und es dann mit dem Mund gefangen haben.

Dann waren die vier Stunden auch schon vorbei und wir durften noch im Zoo bleiben.
Ich hatte meine Kamera dabei und im Zoo ist ein Baby Eisbär namens Nanook. Also haben wir uns vorgenommen noch durch den kompletten Zoo zu gehen und Fotos zu machen.
Als wir aus der ersten Welt raus waren sind wir nur noch durch den Rest des Zoos gehastet und haben nur noch das Eisbären Baby fotografiert.
Wir waren nach den vier Stunden einfach komplett platt.
Aber wir haben es geschafft noch durch alle Welten zu gehen und alle Tiere zu sehen.

Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen der die Möglichkeit und das Geld hat.
Es ist ein unglaubliches und tolles Erlebnis das man nie vergisst.

 

So ich hoffe, dass ich jetzt wieder aktiver werde und sag mal

Bis Bald!
Eure Kira

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